Finanziell frei – Säule Nummer 1, die Sparrate

In unserem letzten Artikel zu finanzieller Freiheit sind wir auf die vier Säulen eingegangen die dir zur Verfügung stehen, um die Zeit zur finanziellen Unabhängigkeit zu verkürzen. Weiterhin haben wir die zwei Kennzahlen erläutert, die du definitiv regelmäßig messen solltest um Entscheidungen basierend auf deinen eigenen Daten zu treffen und deinen Erfolg schwarz auf weiss vor dir zu haben.

Kurz wiederholt – Die vier erwähnten Säulen bestehen aus:

1.) Ausgaben und Vermögen kontrollieren
2.) Einkommen erhöhen
3.) Investieren
4.) Steueroptimierung

Sparrate

Heute beschäftigen wir uns ausführlich mit der ersten Säule – fokussiert auf deine Sparrate.
Analysiert man Personen, welche früh finanziell frei sind fällt auf, dass fast immer eine sehr hohe Sparrate die Basis bildet. Diese liegt häufig über 50%, aber definitiv (fast) immer über 25%. Das bedeutet, dass diese Personen in der Lage sind, einen großen Anteil ihrer monatlichen Einnahmen nicht zu verkonsumieren. Dieses Geld kann im nächsten Schritt investiert und vermehrt werden und ist über den Zinseszins Effekt einige Jahre später sehr viel mehr wert. Ein heute eingesparter Euro ist in der Zukunft weitaus wertvoller wenn man sich im Investment Bereich gut aufstellt.

Ausgaben messen

Der wichtigste Schritt um finanziell frei zu werden ist, umgehend mit dem Tracking der Ausgaben zu beginnen wie bereits im letzten Artikel erwähnt. Wir nutzen hierfür die App Moneycontrol von der Priotecs IT GmbH.

Hier hast du die Möglichkeit, alle deine Fixkosten einzugeben und anhand von Belegen, Kontoinformationen und Kreditkartenabrechnungen deine variablen Ausgaben (und Einnahmen) monatlich zu erfassen. Wie bei so vielen Dingen ist Bewusstsein das Wichtigste. Über dieses Tracking wird dir bewusst, in welchen Kategorien du welche Kosten verursachst und wie sich diese zusammensetzen.

Führe so für mindestens 2-3 Monate Buch und analysiere dann, wie deine durchschnittliche Sparrate aktuell aussieht. Falls unklar: Hierzu teilst du deine gesamten monatlichen Ausgaben durch deine Einnahmen. Nimmst zu bspw. monatlich 3.000€ netto ein und hast 1.500€ an Ausgaben (fix+variabel), so liegt deine Sparrate bei 50%.

Fixkosten reduzieren

Der einfachste Schritt um die Sparrate zu erhöhen ist es, die Fixkosten zu analysieren und zu evaluieren an welchen Ecken sich Einsparungen realisieren lassen ohne dass dies „weh tut“. Die meisten von euch werden Handyverträge, Stromanbieter, Internetkosten, Versicherungen (Haftpflicht, Kfz…) etc. haben – hier bieten sich umgehend Chancen. Wir bspw. haben über die Analyse realisiert, dass die Stromkosten pro Monat im Vergleich sehr hoch sind.  Wir hatten einen Ablesezeitpunkt verpasst und der Verbrauch wurde geschätzt. Als Resultat hat sich der monatliche Abschlag erhöht. Ein Telefonat mit unserem Stromanbieter hat dazu geführt, dass wir die monatlichen Kosten um 26% gesenkt haben indem wir den Verbrauch richtig gestellt und einer längeren Vertragslaufzeit zugestimmt haben. Diese hat uns einen weitaus günstigeren Preis gesichert. Sollten wir umziehen, können wir kündigen – das Risiko ist somit gering und eine kurze Recherche im Internet (wir empfehlen Check24) hat ergeben, dass wir bei keinem anderen Anbieter günstiger fahren. Natürlich kann es in deinem Fall auch sein, dass deinerseits der Anbieter zu wechseln ist um eine Preisreduzierung zu realisieren. Beachte hierbei jeweils die effektiven Preise – einmalige Boni etc. können das Bild stark verzerren.

Diese Methodik lässt sich bei vielen deiner Fixkosten anwenden und sollte ca. einmal im Jahr überprüft werden. Es lohnt sich, etwas Zeit zu investieren und diese Kosten zu reduzieren. Wir beziehen nun nach wie vor den gleichen Strom, zahlen nur weniger dafür – das ist wohl die angenehmste Variante um Kosten einzusparen weil auf nichts verzichtet werden muss.

Wohnkosten

In einem weiteren Schritt ist es empfehlenswert, die größten Positionen auf der Kostenseite auszumachen und hier Einsparungen zu realisieren. In den meisten Fällen ist die Miete die größte Position auf der Ausgabenliste. Hier solltest du definieren, ob du bereit bist für eine gewisse Zeit in einer anderen Wohnungssituation zu leben um signifikante Einsparungen zu realisieren. 15.000€ in diesem Jahr eingesparte Kosten sind bspw. in 10 Jahren bei konservativ angenommenen 5% durchschnittlicher Rendite über 24.000€.

Natürlich ist dies sehr individuell, allerdings realisieren auch hier viele der früh finanziell Unabhängigen große Einsparungen um früher ihre gesteckten Ziele zu erreichen. Wenn du feststellst, dass du zu viel Miete zahlst, lässt sich bei den derzeitigen Zins-Konditionen eher über einen Kauf nachdenken wenn der Rahmen stimmt. Dies lässt sich bspw. im Rahmen eines Sanierungsprojektes realisieren wie wir aus eigener Erfahrung berichten können. Hierdurch schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Durch die Möglichkeit bis zu 90% des Kaufpreises abzuschreiben reduziert man seinen Einkommenssteuersatz maßgeblich (Säule 4) und baut gleichzeitig Vermögen auf. 

Definiere zum Thema Wohnen einfach wozu du persönlich bereit bist und was zu deinem Lebensstil passt. Die Möglichkeiten bei der Wohnsituation zu sparen sind enorm – es hat aber auch etwas andere Auswirkungen auf dein Leben als die Stromkosten nach unten zu verhandeln.

Essen & Trinken

Eine weitere große Position auf der Ausgabenliste ist Essen & Trinken. Über dein Tracking wirst du feststellen, ob du monatlich recht konstante Ausgaben in diesem Bereich hast oder starke Schwankungen vorliegen. Analysiere diese detailliert und mache Anpassungen. Diese können bspw. sein:

1.) Supermarkt wechseln und niedrigere Preise für qualitativ ähnliche Ware bezahlen
2.) Größere Mengen kaufen, darüber niedrigere Preise bezahlen
3.) Weniger auswärts essen

Kleine Änderungen bewirken viel

Die obigen Anpassungen können dir helfen, deine Sparrate zu erhöhen. Es ist aber wichtig, neben diesen Kosten auch an den kleinen Schrauben im Leben zu drehen. Lass dich nicht entmutigen, wenn du im ersten Schritt nicht siehst, wie du auf eine 50%+ Sparrate kommst. Es geht um die kleinen konstanten Anpassungen die dich deinem Ziel finanziell frei zu sein näher bringen.

So können auch Bonusprogramme von Supermärkten, Airlines, Online Preisvergleiche etc. dabei behilflich sein, deine Kosten zu senken. Du wirst diese über die Zeit hinweg für dich entdecken, sobald dein Bewusstsein darauf eingestellt ist. Und behalte immer im Kopf: Es geht hierbei um dein persönliches Ziel was dich individuell motiviert. Dabei ist es vollkommen egal, wie andere Menschen damit umgehen solange es sich für dich richtig anfühlt und deinem Ziel näher bringt. Kontinuität ist sehr wichtig. Wenn du dein System jede Woche ein kleines bisschen verbesserst, wirst du deine Sparrate über die Zeit deutlich erhöhen und hast mehr Geld zur freien Verfügung, welches du über Investments langfristig vermehrst.

Zusammenfassung

Für das Erreichen finanzieller Unabhängigheit ist es unerlässlich die Ausgaben zu kontrollieren. Die Sparrate kannst du über einige Faktoren beeinflussen:

1.) Laufende Verträge optimieren (Handy, Strom etc.)
2.) Große Kostenblöcke wie Wohnsituation und Lebensmittel anpassen
3.) Kontinuierlich kleine Hebel nutzen und Kosten senken

Beginne innerhalb von 72 Stunden mit der Umsetzung – so hast du erfahrungsgemäß die größten Erfolge. Verändere deine Gewohnheiten bewusst auf dem Weg dazu finanziell frei zu sein. Wie du eine genaue Summe berechnest die du benötigst um finanziell frei zu sein, erfährst du in einem zukünftigen Artikel. Hast du den letzten Beitrag zu den zwei Kennzahlen welche du umgehend tracken solltest nicht bereits gelesen, widme dich diesem jetzt.

 


RECHTLICHER HINWEIS NACH WPHG
Die in diesem Blog enthaltenen Beiträge und Analysen sind unsere persönliche Meinung und stellen weder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar, noch sind sie als Beratungsleistung zu werten. Wir übernehmen trotz aller Sorgfalt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen; sie beruhen auf Quellen, die wir für vertrauenswürdig und zuverlässig halten.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass der Handel mit Aktien, Optionsscheinen, Zertifikaten, Optionen und anderen Finanzprodukten mit grundsätzlichen Risiken verbunden ist und zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Gewinne der Vergangenheit können zukünftige Ergebnisse nicht garantieren.
Für Investitionen, die aufgrund unserer Aussagen getätigt werden, übernehmen wir keinerlei Verantwortung. Jeder Anleger handelt auf eigenes Risiko und sollte sich von einem bankunabhängigen Experten beraten lassen, inwieweit die vorgestellten Wertpapiere zu seinem persönlichen Risikoprofil passen.